[Interview] Carolin Grotjahn - eine talentierte Jungautorin stellt sich vor

08:19 Tinten Hexe 0 Kommentare


Carolin Grotjahn ist eine Autorin, die erst 20 Jahre alt ist. Trotz ihres jungen Alters ist sie bereits ein „alter Hase“ im Schreibgeschäft, hat bereits ein Buch herausgebracht und Geschichten in Anthologien veröffentlicht. Ich konnte sie für ein Interview gewinnen, was mich sehr gefreut hat, besonders weil ich selbst noch sehr jung bin und schon lange schreibe.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Seitdem ich lesen kann, bin ich eine totale Leseratte. Irgendwann habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten, dass in den Büchern „die Falschen“ gestorben sind und wollte selbst eine Geschichte schreiben, um selbst bestimmen zu können, wer stirbt.

Andere, gleichaltrige Leute gehen zum Schwimmen, zum Sport oder in den Ausgang und du schreibst. Wie ist das für dich?
Schreiben ist mir sehr wichtig, aber trotzdem nehme ich mir Zeit für andere Hobbys. Deswegen bin ich nicht so viel anderes als gleichaltrige Leute.
Aber viele gucken im ersten Moment verwundert, wenn ich erzähle, dass ich mich oft abends an den Laptop setze und schreibe anstatt in eine Kneipe zu gehen oder in der Disco abzufeiern.

Mit wem besprichst du deine Projekte?
Ich brainstorme ab und zu mit Autorenkollegen, aber viel mache ich mit mir selbst aus.

Woher kommen die Ideen für deine kurzen und langen Geschichten?
Keine Ahnung J Sie kommen einfach ... zum Beispiel, wenn ich im Alltag darauf achte, was meine Mitmenschen machen oder wenn ich durch den Wald spaziere.

Wer liest deine fertigen Schreibprojekte zuerst?
Das ist unterschiedlich, mal meine Mutter, mal eine Freundin.

Du gibst auch noch Tipps für andere Autoren, auf einem Blog und zukünftig sogar in einem Ratgeber. Erzähle uns mehr davon. Wie bist du dazu gekommen?
Mir selbst haben in meinen Schreibanfängen ältere, erfahrenere Autoren geholfen und ich weiß, wie wichtig das ist, dass man als Anfänger ab und zu bei den Grundlagen des Schreibens an die Hand genommen wird.
Deswegen möchte ich anderen Autoren helfen und mein Wissen mit ihnen teilen. Mein Blog ist da ein hilfreicher Übermittler.

Wo schreibst du? Was brauchst du dazu?
Ich kann überall schreiben, sogar auf dem Gehweg vor dem Haus. Dazu brauche ich entweder meinen Laptop oder Zettel und Stift.

Wie gehst du mit negativer Kritik und Rezensionen um?
Ich sage mir immer wieder, dass ich Kritik nicht persönlich nehmen und auf meine Person beziehen darf, sondern dass sich die Kritik nur fachlich auf meine Geschichte bezieht. Das hilft mir, dass mich die Kritik nicht trifft, sondern nur hilft, meine Geschichte zu verbessern und etwas für zukünftige Geschichten zu lernen. Ohne Kritik und Rezensionen wüsste ich nicht, was den Lesern gefällt und was ich noch verbessern kann.

Was tust du gegen Schreibblockaden?

Da gibt es viele Dinge, die mir helfen. Die Geschichte für ein paar Tage zur Seite legen, mit Autorenkollegen über Schreibblockaden und meine Geschichte reden, Sport, Lesen oder Musik hören.

Schreibst du einfach darauf los oder plottest du deine Geschichten?
Ich habe beides schon ausprobiert und mache das bei jedem Manuskript anders. Beides hat Vor- und Nachteile. Beim Einfach-Losschreiben verzettelt man sich nicht ins Planen und fängt deshalb nie mit dem Schreiben ab, beim Plotten kann man sofort festlegen, wie man die Geschichte sinnvoll aufbaut.

Hattest du schon mal das Gefühl wegen deines jungen Alters nicht ernst genommen zu werden? Von Verlagen, Lesern oder Autorenkollegen? Wie gehst du damit um?
Das Problem hatte ich glücklicherweise noch nicht. Aber ich glaube, dass das häufig vorkommt, das habe ich von einigen Autorenkollegen gehört.

Heute ist es möglich, jedes Schreibprojekt im Selbstverlag zu veröffentlichen. Wie findest du diese Möglichkeit? Wo siehst du Vor- und Nachteile gegenüber Publikumsverlagen?
Ich finde Selfpublishing gut und werde das mit meinem nächsten Projekt ausprobieren. Dafür habe ich mit vielen Selfpublishern geredet und mir Tipps geholt.
Selfpublishing hat den Vorteil, dass ich selbst bestimmen kann, wer mein Cover macht oder wer sich ans Lektorat setzt, der Nachteil ist, dass ich alles selbst zahlen und hoffen muss, dass das Geld durch die Buchverkäufe wieder reinkommt. Bei einem Verlag darf man nicht so viel mitbestimmen, muss aber nicht für die Kosten aufkommen - es sei denn, man landet bei einem Druckkostenzuschussverlag, aber diese Verlage sollte man meiden.

Wo siehst du dich und deine Schreibprojekte in fünf Jahren?
Immer noch in meinem Zimmer und nicht in einem Palast, den ich mir von dem Erlös der Buchverkäufe geleistet habe.
Nein, ernsthaft, ich werde immer noch wie jetzt an meinen Geschichten schreiben und mich über jeden einzelnen Leser freuen.

Was für Genres liest du privat?
Ich bin der totale Fantasy-Freak, von dem Genre hab ich eine Menge zu Hause rumstehen. Was ich aber auch noch ganz gerne lese, sind Dystopien und seit neustem Thriller und Krimis.

Welcher Autor hat dich persönlich am meisten inspiriert?
Das sind Joanne K. Rowling und Cornelia Funke. Die „Harry Potter“-Reihe von J. K. Rowling war einer der Gründe, warum ich mit dem Schreiben angefangen habe und in Cornelia Funkes Büchern habe ich viel über gutes Schreiben gelernt. Außerdem hatte ich im Gästebuch der Cornelia-Funke-Homepage vor vielen Jahren den ersten Kontakt zu Autoren und habe dort mit anderen Fortsetzungsgeschichten geschrieben.

Was machst du beruflich? Welche Hobbies gibt es nebst dem Schreiben?
Ich bin gerade Studentin und mache einen Bachelor in Journalistik. Neben dem Schreiben gehe ich gerne spazieren, erkunde geheimnisvolle Orte wie zum Beispiel alte Burgen, lese ich viel und mache Zumba.

Welchen Tipp würdest du anderen angehenden Autoren unter zwanzig mit auf den Weg geben?
Schreibt, was euch gefällt, sucht euch Testleser, denen ihr vertrauen könnt, wenn eure Geschichte fertig ist und verliert eure Ziele nicht aus den Augen, auch, wenn jemand behauptet, dass ihr zu jung oder zu unerfahren seid.


Ich bewundere Carolin und freue mich sehr für sie, dass sie sich ihre Projekte verwirklichen kann. Unter http://carolingrotjahn.de/ könnt ihr noch mehr über sie erfahren, was sich definitiv lohnt! Viel Spass beim Schmökern!

Eure Tintenhexe

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